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Dr. h. c. Volker Schwarz

BWV • BERLINER WISSENSCHAFTS-VERLAG GmbH
Geschäftsführer

Neue Geschäftmodelle für wissenschaftliche Verlage in Zeiten der Digitalisierung

Die „Open-Access-Bewegung“ und die weltweite wissenschaftliche Kommunikation im Netz zwingen die wissenschaftlichen Verlage dazu, darüber nachzudenken, mit welchen Angeboten sie in Zukunft noch am Geschäft der wissenschaftlichen Kommunikation teilnehmen können. Das sogenannte „Self-Publishing“, das sich bei vielen Autoren, wissenschaftlichen Institutionen und Bibliotheken breit macht, nimmt den wissenschaftlichen Verlagen die Möglichkeit, mit ihren Veröffentlichungen, seien sie digital oder gedruckt, Geld zu verdienen.
Eine Umorientierung vom Produzenten von Büchern und Zeitschriften hin zum Servicedienstleister für die wissenschaftliche Kommunikation ist deshalb eine dringende Aufgabe, die die Verleger in Angriff nehmen müssen. Hierzu gehören nicht nur die redaktionelle Bearbeitung von Texten und deren Produktion im Printbereich, sondern auch

  • die Programmgestaltung, unabhängig von den genutzten Medien,
  • die Zurverfügungstellung der Inhalte entsprechend dem Leserbedürfnis
  • die Pflege eines qualitativ und thematisch ausgewiesenen Autorenstamms
  • die Bildung einer „Marke“, die die Qualität des Programms und der Autorenschaft nach außen darstellt.


Eine der wichtigsten Leistungen, die in Zukunft wissenschaftliche Verlage zu erbringen haben, ist die Qualitätskontrolle und einen schnellen Zugriff auf die Forschungsergebnisse mit Hilfe der semantischen Webanwendungen.
 

Die digitale Bibliothek des Berliner Wissenschafts-Verlags 

Semantische Technologien beschränken sich beim BWV im Moment noch auf eine differenzierte Volltextsuche über fast alle Zeitschrifteninhalte und die als E-Book angebotenen Bücher. Die digitale Bibliothek bietet eine Angebotsplattform zum Download kompletter Zeitschriften. Einzelne Aufsätze können ab einem Jahr nach Erscheinen der Printausgabe im PDF-Format abgerufen werden. Als registrierter Abonnent der Online-Ausgabe kann man jederzeit kostenlos ab dem Beginn des Abos auf die Hefte zugreifen und genießt damit die Vorzüge einer schnellen Recherche und des kostenlosen Downloads. Andere Nutzer können die Volltextrecherche gegen Bezahlung nutzen. Eine Standardisierung des Zugangs zu den elektronisch angebotenen Programmen der Verlage und Bibliotheken ist abzusehen. Welche Techniken und neue Geschäftsmodelle sich daraus für die Medienindustrie ergeben ist noch nicht eindeutig zu definieren.

Kurzbiografie

Der geschäftsführende Gesellschafter des Berliner Wissenschafts-Verlags absolvierte in den 60-er Jahren ein Studium der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften in Freiburg, Lausanne und Berlin und arbeitete anschließend als wissenschaftlicher Assistent am Institut für Öffentliches Recht und Europarecht in Freiburg.
1974 kam er als Geschäftsführer zur Nomos Verlagsgesellschaft in Baden-Baden und blieb 28 Jahre. Nach der Übernahme des Verlags durch C.H. Beck führt Schwarz den BWV als geschäftsführender Gesellschafter.
Schwarz war von 1989-1992 Vorsitzender des Verlegerausschusses des Börsenvereins, von 1993-2002 Vorsitzender des Verbandes der Verlage und Buchhandlungen in Baden-Württemberg und von 1992-1996 Präsident der Europäischen Verlegervereinigung.
Dr. Volker Schwarz gilt als geisteswissenschaftlicher Verleger, der mit Begeisterung die interdisziplinäre Forschung auf den Gebieten Recht, Wirtschaft und Politik veröffentlicht.