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Impulse

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Armin Berger

3pc GmbH Neue Kommunikation

Kulturgüter online - ein smartes Autorensystem zur Aufbereitung von Archivalien für die Präsentation im Netz

Vortrag zur Fachtagung vom 11. Oktober 2016

(gemeinsam mit Sören Räuchle)

Längst ist in Deutschland die Digitalisierung von Archivalien zur alltäglichen Praxis in den unterschiedlichsten Kultureinrichtungen geworden. In der Vergangenheit drehte sich die Fachdiskussion vor allen Dingen um Fragen zur effizienten Erzeugung und korrekten Archivierung von Digitalisaten. Heute geht es verstärkt um deren sinnvolle Aufbereitung für die Präsentation im Netz. Hier reicht das Spektrum von digitalen Zeitungsbeständen des 19. und 20. Jahrhunderts, über digitale Briefeditionen bis hin zu eher populärwissenschaftlichen Angeboten wie beispielsweise die Online-Mediathek der Stasi-Unterlagenbehörde ("Stasi-Mediathek"). Allen Projekten gemein ist ein hoher manueller Aufwand sowohl im Hinblick auf klassische Aufgaben des Editierens wie die Indexierung (Verschlagwortung), als auch redaktionelle Aufgabenstellungen wie die Erstellung von Themendossiers, Storytelling etc.

Im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Projekts Digitale Kuratierungstechnologien entwickelt 3pc ein prototypisches Autorensystem für digitales Storytelling. Das System soll seine Anwender dazu befähigen, über eine intuitiv bedienbare Benutzeroberfläche digitale Archivbestände für eine ansprechende Online-Präsentation aufzubereiten. Dazu wurden aktuellste Technologien zur digitalen Kuratierung des Forschungspartners DFKI in einen redaktionellen Workflow integriert, der folgende Funktionalitäten umfasst:

  • Informationsextraktion durch Named-Entity Recognition
  • Clustering und Klassifikation der extrahierten Informationen für ein redaktionelles Empfehlungssystem
  • Disambiguierung für automatische Verlinkungen
  • Generierung von Erzählpfaden
  • Story Templates


Im Vortrag wird der aktuelle Stand der Arbeiten gezeigt. Insbesondere soll demonstriert werden, wie ein durch (semi-)automatische Verfahren unterstützter Redaktionsworkflow zur Datenaufbereitung den Editionsprozess erheblich beschleunigt. Gleichzeitig wird am Beispiel einer prototypischen Benutzeroberfläche gezeigt, welche redaktionellen Möglichkeiten sich durch eine semantische Anreicherung von Archivalien für das Storytelling ergeben. Die Datenaufbereitung in einem maschinenlesbaren Format ist die Basis dafür. Neben diesen anwendungsbezogen Aspekten werden auch technische Einblicke in die Systemarchitektur und den zugrundeliegenden Kuratierungstechnologien gegeben.

In den Demo Sessions im Anschluss an die Fachvorträge (siehe Screencast unten) besteht zu dem die Möglichkeit, das prototypische System und die bisher implementierten Funktionalitäten zu testen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und sind gespannt auf das Feedback.

Präsentation ansehen (PDF)

 

Demo Session

Im Rahmen des Forschungsprojekts Digitale Kuratierungstechnologien (DKT) entwickelt 3pc ein smartes Autorensystem für Semantic Story Telling. Der Screencast zeigt beispielhaft erste Funktionalitäten des entwickelten Prototypen im Hinblick auf die semantische Anreicherung und Aufbereitung von Archivalien (digitale Briefedition). Wissensarbeiter erhalten damit ein Werkzeug zur Pflege einer digitalen Briefsammlung (Auswahl und Anzeige nach Zeit, Autor und Ort), ein User Interface für das Anzeigen von digitalisierten Briefen (Document Viewer) sowie einen semantischen Text-Editor für die vorhandenen Transkriptionen. Der Editor umfasst zwei Modi für Named Entity Recognition (NER), um entweder einen gesamten Brief oder Einzelblätter automatisch mit semantischen Attributen anreichern zu lassen. Erkannte Entitäten werden je nach Typ über ein farbliches Highlighting kenntlich gemacht. Wissensarbeitern steht nach der automatisierten NER eine Detailansicht von Entity-Attributen zur Verfügung, um die Erkennungsqualität überprüfen und ggf. fehlerhafte Annotationen löschen zu können.

Prototyp Autorentool Archivaufbereitung (Screencast) - Forschungsprojekt DKT - Teilprojekt 3pc from Xinnovations e. V. on Vimeo.

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Semantic Storytelling - oder wie bringt man Kultur ins Netz?

Vortrag zur Fachtagung vom 6. Oktober 2015

Ist Semantic Storytelling der rote Faden durch die Welt des "information overload"? Wie können all die Informationen, die uns zur Verfügung stehen, handhabbarer und verständlicher werden? Wir glauben an die Kunst der Informationsaufbereitung und sind überzeugt davon, dass digitale Kuratierungstechnologien von entscheidender Bedeutung sein werden. Der Vortrag nimmt Sie mit auf eine Zeitreise von den Anfängen der elektronischen Informationsverarbeitung, über die Entstehung des World Wide Web bis hin zur Gegenwart. Er zeigt, wie Technologien die Informationskultur beeinflusst haben und warum es heute innovativer Technologien bedarf, um eine neue Informationskultur zu entwickeln, die Kulturgüter im Netz erlebbar macht.

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Semantic Story Telling - Neue Erzähltechniken brauchen neue Technologien

Vortrag zum Statusmeeting vom 6. Oktober 2014

Zunehmend stellen Kultureinrichtungen wie Museen, Bibliotheken oder Archive ihr Angebot auch über das Internet zur Verfügung. Bereits katalogisierte Sammlungen müssen dafür aufwändig digitalisiert und für die Internetnutzung aufbereitet werden. Semantische Technologien leisten schon heute gute Dienste, um digitalisierte Archivalien über eine gezielte Online-Recherche auffindbar zu machen. Prominente Beispiele dafür sind virtuelle Bibliotheken wie die Europeana oder die Deutsche Digitale Bibliothek. Wenn es aber darum geht, das Wissen um das kulturelle Erbe der Menschheit einem breiteren Publikum zu vermitteln, stoßen suchmaschinenbasierte Ansätze an ihre Grenzen.

Die Antwort auf diese Herausforderung heißt Semantic Story Telling, ein innovatives Gestaltungskonzept auf Basis semantischer Verknüpfungen. Ein ansprechendes Oberflächendesign führt den Nutzer auf mehrdimensionalen Erzählpfaden durch das angebotene Material. Seine Haltung ist explorativ. Die verschiedenen Erzählstränge erlauben es ihm, abzuweichen, abzuschweifen und diversen Assoziationsketten zu folgen, ohne sich zu verlieren. Im Kontext zueinander werden die dargebotenen Objekte verständlicher und erschließen sich sowohl auf einer rationalen als auch emotionalen Ebene.

Was an der Oberfläche ein involvierendes Nutzererlebnis schafft, stellt auf redaktioneller Ebene eine neue Herausforderung für das Kuratieren digitaler Inhalte dar. An einem aktuellen Kundenbeispiel zeigt Armin Berger auf, was heute schon im Bereich des Semantic Story Telling möglich ist und gibt einen Ausblick, welche Anforderungen digitale Kuratierungswerkzeuge künftig erfüllen müssen, um Online-Redaktionen in Kultureinrichtungen optimal unterstützen zu können.

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Semantic Storytelling? Neue Interfaces und Konzepte sind gefragt

Vortrag zur Fachtagung, 26. September 2013

Informationen sind nicht alles. Informationen müssen auch aufbereitet, veredelt und vermittelt werden. Nachdem der scheinbar endlose Cyberspace riesige Datenmengen aufgenommen hat, wird es Zeit für Entverkomplizierung*, für Strukturen durch das Dickicht und für Oberflächen, die mehr sind als Formulare oder Listen.

Es geht um mehr Nutzerführung, mehr Emotion und weniger IT. Semantic Storrytelling ist die Idee von neuen Oberflächen für eine involvierende User Experience. Damit aus Informationen Erfahrungen werden.

In seinem Vortrag zeigt Armin Berger erste Ansätze, wie sich Konzept und Oberflächen verändern müssen, um neue Erlebniswelten zu schaffen.

 

 

Nicht nur an die Technik denken

Präsentation zur Auftaktveranstaltung, 23. Oktober 2012

Versuche, Daten durch semantische Verknüpfungen aufzubereiten und im Internet verfügbar zu machen, gibt es bereits einige. Sie haben sich aber bisher nicht durchsetzen können. Wieso? Neben den schwierigen technologischen Anforderungen liegt die Ursache vor allem in einem Problem: niemand will die Dienste wirklich benutzen.

Der Erfolg einer Anwendung steht und fällt mit ihrer Oberfläche. Gerade bei technisch innovativen Weiterentwicklungen wird häufig die Benutzbarkeit vernachlässigt. Nutzerführung und Oberflächengestaltung beeinflussen die Akzeptanz durch das Zielpublikum. Deswegen stellt Armin Berger semantisch-basierte Anwendungen vor, die zwei Dinge kombinieren: technisches Know-how und kreative Darstellung.

Kurzbiografie

Armin Berger ist Geschäftsführer der 3pc GmbH Neue Kommunikation, die er 1996 gründete. Seit fast 20 Jahren konzipiert er Lösungen für komplexe und kommunikationsintensive Webpräsenzen und Apps, die vielfach mit Preisen ausgezeichnet wurden – etwa mit dem Grimme Online Award und dem iF communication design award. Armin Berger ist außerdem Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat des Autorenblogs Carta. In seiner täglichen Arbeit motiviert ihn die Frage, was IT beitragen kann, um gesellschaftlich relevanten Themen und Problemstellungen zu begegnen. Bereits in diesen frühen Jahren des Internets definierte er Grundsätze, die heute Standard sind: Nutzerfreundlichkeit, klare Strukturen und maximale Kompatibilität mit allen Ausgabemedien.