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Gerard Kuys

Ordina

Metadatenvokabulare - könnte man auch die vernetzen?

Die Position die ich vertrete beinhaltet, dass es im Bereich des Kulturerbes nicht ausreicht, das digitale Informationsangebot zu vergrößern ausschließlich auf dem Weg der Konzentrierung gleichartiger Sammlungen. Was mit der Verbreitung von Linked Data sich immer mehr behaupten wird, ist dass nicht gleichartige Materialiensammlungen sondern Inhalte miteinander verknüpft werden. Aus der Sicht des Fragenden ist die Herkunft bestimmter Daten aus einer bestimmten Sammlung vor allem eine Sache der Zuverlässigkeit der erhaltenen Information. An sich haben solche Daten aber nichts hinzuzufügen zu den neuen Kenntnissen die neue Information herbeibringen soll.

Die meisten Metadatenvokabulare sind nicht auf diesen neuen Sachverhalt vorbereitet und eben auch nicht richtig dafür zugerüstet. Die Bibliotheken beschreiben ihre Materialien vorwiegend aus der Sicht der ausleihbaren Sammlungsbestandteile. Mit all dem, was den Gegenstand dieser Materialien ausmacht, wird der dünne Faden der ‚Thema‘- oder ‚Subjekt‘-Beziehung (dcterms:subject oder frsad:thema) belastet. Grundlegend nicht anders beschreibt das Europeana Data Modell das vorgegebene Kulturerbeobjekt als etwas, das es nur so gibt – die Dynamik des Entstehens wird dem Bereich der beschreibenden Texte‚ der ‚information resources‘, zugewiesen. Und sie wird dort beerdigt bleiben, bis man genügend imstande sein wird, Wörter, die solche Dynamik aufweisen, aus dem Text heraus zu filtrieren.

Sowie einst aus dem Harmony-Projekt es die heute fast vergessene ABC-Ontologie ergab, die die verschiedene Phasen in dem Werdegang eines (kulturellen) Objekts mit Erzeugungsereignissen zu dokumentieren versuchte, so sollten wir in den relevanten Metadatenvokabularen von heutzutage die ‚Event‘-Klasse nicht nur als eine Andeutung eines Vorfalls oder eines mehr oder weniger organisierten Treffens betrachten. Es sollten auch Geschehnisse (events) unterschieden werden, die sich auf der Schwelle eines neuen Daseins des Kulturerbeobjekts ergeben, die also eine Statusänderung bewirken.

Es ist aber nicht alles Kummer. Mit dem Unterscheid im Europeana Data Modell zwischen die eigentlichen Sachen (‚non-information resources‘) und die Texte oder Bilder, mit denen man etwas beschreibt (‚information resources‘), ist in der Metadatenmodellierung prinzipiell die Möglichkeit geöffnet, das Reich des Beschreibenden mit dem Reich des Geschehenden in Verbindung zu setzen. Die Entwicklung zur Veredlung durch Annotierung eines Textes passt ja geradezu hierin – Bedingung ist nur, dass man das zu referierenden Objekt nicht als Text, sondern als einzelne Ressource betrachtet.

Präsentation ansehen (PDF)

Kurzbiografie

Name: Gerard Kuys
Geboren: 1953
Staatsangehörigkeit: Niederländische
Ausbildung: Gymnasium A

  • Akademisches Studium Geschichte, spez. Arbeitsbeziehungen 
  • Akademisches Studium Slawistik (nicht vollendet)
  • Künstliche Intelligenz und Dateien

 

Fremdsprachen: Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch


Veröffentlicht:  

·       De vrees voor wat niet kwam. Arbeidsverhoudingen in de Twentse textielindustrie 1935-1945,
        Dissertatie Universiteit van Amsterdam, 2010
·       Projectmanagement dat een millennium mee moet, Verslag van een workshop van Insead, in: Automatisering Gids 26 oktober 2001
·       Door de wolken loopt geen pad, De Balanced Scorecard en informatiearchitectuur, in: Management & Informatie 2001/4
·       Informatiekundige Ontwerperleer, boekbespreking, in: Architectuur en Infrastructuur jrg. 1-1, 1999
·       Waarom een object-oriented database? (met Tim Verwaart), in: Database Magazine maart 1999
·       Objecttechnologie uit de vertrouwde niche (met Tim Verwaart en Mathieu van Echtelt), in: Database Magazine, juni 1998
·       Zwei Seelen wohnen, ach!, in meiner Brust, Het einde van de Duitse deling en de gevolgen voor de Duitse ICT,
        in: Computable kerstbijlage, december 1991
·       Schuld en boete, Polens lidmaatschap van het IMF, in: Internationale Spectator jrg. 41-2, feb 1987
·       Laag tij: Joegoslavië in de beweging van niet-gebonden landen, in: Internationale Spectator jrg. 39-10, okt. 1985
·       ‘Joegoslavië is een uitgehongerd paard’,in: De Groene Amsterdammer 4 april 1985
·       Het morele idioom van E.P. Thompson, in: Te Elfder Ure nr. 34, Geschiedtheorie 2, jrg. 27, september 1983, blz. 267-310.

Berufsbezeichnung: Informationsarchitekt, Semantikarchitekt

Relevante berufliche Tätigkeit:

  • Projekt Semantisierung Monumentendaten (zur Zeit)
  • Projekt Suchplattform der öffentlichen Bibliotheken in den Niederlanden (2009-2013)
  • Projekte beim Steuerbehörde (2007-2009)
  • Taxonomien für verschiedene Datensammlungen auf dem Web (2005-2007)
  • Entwurf einer gemeinsamen Informationsarchitektur für großstädtische Sozialämter (2006)
  • Gutachten Fragebezogene Strukturierung des Informationsangebots von der Seite nationaler und gemeindlichen Behörden
  • Grundlegendes Gutachten für Crowdsourcing im Kulturbereich (Archiven) (2004)